Verschiedene Fahrradschlösser im Überblick
Foto: Costa Belibasakis

9 Tipps, über die sich Fahrraddiebe ärgern!

In dieser Rubrik findest Du Tipps zum Thema Sicherheit. Diesmal geht es darum, Dein Fahrrad vor Dieben zu schützen. Wir haben Jörg Prumbaum, Inhaber von „Zweirad Prumbaum“ in Dellbrück gefragt, welche Tipps er gegen Fahrraddiebstahl empfehlen kann.  

1. Keine Gelegenheit bieten

Auch wenn Du nur mal schnell zum Bäcker gehst oder das Rad vor der Haustür stehen lässt, um das vergessene Handy aus Deiner Wohnung zu holen: Schließe Dein Rad immer ab! Die Polizei Köln warnt online davor, dass mangelhaft geschützte Fahrräder zur leichten Beute werden und Experte Jörg Prumbaum stimmt zu: „Auch beim kurzen Einkauf sollte man das Rad mindestens mit einem Schloss am Rahmen sichern. Gelegenheit macht Diebe.“

2. Das richtige Schloss

Rahmenschloss, Kabelschloss, Kettenschloss, Faltschloss, Bügelschloss: Der Markt ist riesig und als Laie kann Dich das schnell verwirren. Und welches Schloss ist nun das richtige? Jörg Prumbaum ist der Meinung, dass es nicht in erster Linie auf die Art des Schlosses ankommt, sondern auf die Qualität: „Als Grundregel gilt hier, dass man bei einem normalen Fahrrad mindestens fünf Prozent der Kaufsumme des Fahrrades für ein Schloss ausgeben sollte.“ Bei einem klassischen Fahrrad solltest Du nicht bei Schnäppchen unter 30 Euro zuschlagen, in ein Schloss für ein E-Bike solltest Du mindestens 50 Euro investieren.

Und: „Nicht allein die Dicke und das Gewicht des Schlosses zählen, sondern die Qualität des Gesamtschlosses, also zum Beispiel auch der Schließzylinder“, so der Profi. Er rät deshalb, auf renommierte Hersteller zurückzugreifen. Zu dünn sollte das Schloss aber auf keinen Fall sein, dann kann es schnell mit einer guten Zange oder einem Seitenschneider geknackt werden.

Außerdem solltest Du darauf achten, dass Du das Schloss leicht am Rad befestigen kannst, wenn Du unterwegs bist. Denn wichtig ist, dass Du es immer bei Dir hast und es Dich bei der Fahrt nicht stört.  „Ein weiteres Kriterium ist, mit welchem Schloss man das Rad am besten an einem festen Gegenstand anschließen kann“, sagt Prumbaum. Denn das Fahrrad nur abzuschließen, reiche häufig nicht. Sieh Dir daher am besten verschiedene Schlösser an und entscheide dann, welches wirklich gut zu Deinem Rad und Deinen Ansprüchen passt.

Unser Hammer-Tipp

Du machst es den Fahrraddieben doppelt schwer, wenn Du mehrere und am besten unterschiedliche Schlösser nutzt.

3. Anschließen statt abschließen

Wenn Du Dein Fahrrad richtig gut sichern willst, solltest Du nicht nur Rad und Rahmen aneinanderschließen: Kette Dein Fahrrad unbedingt an einem festen Gegenstand an. „Viele Fahrrad- und E-Bike-Versicherungen verlangen das sogar mittlerweile“, sagt Zweirad-Experte Prumbaum. „Und das aus gutem Grund: Gerade die Profidiebe fahren gerne mit einem Transporter vor, halten kurz an einer Stelle, wo viele Räder stehen, und tragen innerhalb kürzester Zeit die Räder weg, die nicht an einem festen Gegenstand angeschlossen sind.“ Wichtig sei es, dass Du zum Anketten zum Beispiel Laternenpfahl, Fahrradständer oder Straßenschild nimmst und keine niedrigen Poller, über die man das Schloss schnell heben kann.

Es ist keine sichere Abschließmöglichkeit in Sicht und Du bist zusammen mit einem anderen Radfahrer unterwegs? „Zwei Räder zusammenzuschließen ist zwar besser als sie gar nicht anzuschließen, es ist aber dennoch nicht ideal“, sagt Jörg Prumbaum. Außerdem würden das viele Versicherungsunternehmen auch nicht akzeptieren, wenn die Räder am Ende doch geklaut werden und Du auf eine Erstattung hoffst.

Übrigens: Auch zu Hause solltest Du Dein Fahrrad sichern. Viele Häuser verfügen daher über Fahrradkeller oder Fahrradständer im Außenbereich. Natürlich gilt auch hier – anschließen nicht vergessen. Im Treppenhaus oder Flur hingegen solltest Du Dein Rad niemals anschließen oder stehen lassen. Denn so würdest Du den Rettungsweg für Dich und Deine Nachbarn blockieren und den Weg für die Feuerwehr versperren, falls es zu einem Brand kommt. Mehr Informationen zu diesem Thema findest Du auf gag-koeln.de oder in unserem Artikel zum Brandschutz im Treppenhaus.

4. Alarmanlage am Schloss

Wir kennen Alarmanlagen zwar eher von Autos, doch Du kannst auch Dein Fahrrad auf diese Weise sichern. „Es gibt die Tendenz, Schlösser mit Alarmanlagen auszustatten“, so der Experte. „Das halte ich für eine gute Möglichkeit, eine Alarmanlage zu positionieren, ohne viel Aufwand am Fahrrad selber zu betreiben.“ Wenn Du das Rad oft in belebten Gegenden abstellst und trotzdem Angst vor einem Diebstahl hast, ist das eine gute Lösung – durch den lauten Alarm werden Passanten aufmerksam, falls sich Unbefugte an Deinem Rad zu schaffen machen.

5. GPS-Tracker und App

Falls es ein Dieb schafft, Dein Fahrrad trotzdem zu klauen, kannst Du mit einem GPS-Tracker wenigsten verfolgen, wo sich Dein Rad befindet. „Vor allem bei E-Bikes ist das eine sehr gute Möglichkeit“, sagt Jörg Prumbaum. „Man kann hier die Tracker direkt mit dem Akku verbinden und auch gut im Rahmen verbauen.“ Zwar schützen Dich GPS-Tracker und App nicht vor dem Diebstahl, aber sie verbessern Deine Chance, das Rad wiederzufinden: Per App kannst Du schließlich verfolgen, wo es nun herumfährt. Das geht natürlich nicht nur bei E-Bikes, sondern bei allen Fahrrädern. Und: Einige Versicherungen bieten besonders günstige Tarife für Räder, die mit GPS-Systemen ausgestattet sind. Natürlich solltest Du Dir dabei auch Gedanken um den Datenschutz machen. Aber alle Systeme, die Du im Fahrrad-Fachhandel kaufen kannst, gelten in der Regel als sicher und gut überprüft.

6. Schnellspanner Diebstahlschutz

Wenn Du nicht nur auf Schloss und zusätzliche Technik per Alarmanlage und GPS vertrauen möchtest, kannst Du Dein Fahrrad auch mit einem Schnellspanner Diebstahlschutz ausstatten. „Dabei werden die Schnellspanner gegen Achsen ausgetauscht, die nur mit einem Spezialschlüssel zu öffnen sind“, erklärt Jörg Prumbaum. Das komplette Set für Vorderrad, Hinterrad und Sattel gibt es schon ab 20 Euro und die Montage ist nicht kompliziert. Der Fahrradprofi empfiehlt eine solche Schnellspanner-Sicherung für Radfahrer, die ihre Räder oft an diebstahlgefährdeten Stellen parken.

7. Fahrradversicherung oder Akku raus bei E-Bikes und Pedelecs

Wenn Du ein E-Bike oder Pedelec fährst, gibt es auch noch die Möglichkeit, den Akku zu entfernen, sobald Du das Rad abstellst. Wie sinnvoll oder notwendig das ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die Polizei Köln rät, wertvolle Zubehörteile wie den Akku unbedingt mitzunehmen, da das Rad ohne Akku fast wertlos ist. Doch Jörg Prumbaum findet: „Wo bleiben der Spaß und die Freude am E-Bike, wenn man immer den Akku mit sich herumschleppen muss?“ Die Akkus seien mit einem Schloss gesichert, damit das Herausnehmen nicht unbedingt nötig sei. Und wer trotzdem Bedenken hat, sollteeine E-Bike-Versicherung abschließen, die auch für den Diebstahl von einzelnen Teilen wie Akku oder Display aufkommt. „Es nützt ja auch nichts, wenn man ein tolles E-Bike gekauft hat und sich dann nicht traut, damit auch einmal in die Stadt zu fahren.“

8. Fahrrad codieren

Eine Codierung schützt zwar nicht direkt vor einem Diebstahl, aber sie kann Dir dabei helfen, Dich als Eigentümer auszuweisen, wenn Dein Rad nach einem Diebstahl gefunden wird. Da auf Deinem Fahrrad kein Name steht, hilft die Codierung bei der Identifizierung des rechtmäßigen Besitzers. „Das Eingravieren von personenbezogen Daten in den Rahmen kann nicht schaden“, sagt Prumbaum. Vielleicht hast Du sogar Glück und schon die sichtbare Codierung am Rad schreckt Diebe ab, denn in der Regel werden sie ein gekennzeichnetes Fahrrad nur schwer wieder los.

9. Fahrradpass einrichten

Noch wichtiger und unkomplizierter als die Codierung ist ein Fahrradpass: Hier werden alle Daten des Rads wie Rahmennummer, Schlüsselnummer und bei E-Bikes auch Akkunummer notiert. Viele Händler machen das direkt beim Kauf falls Dir das nicht angeboten wird, solltest Du nachfragen. Die Polizei Köln empfiehlt, in einem Fahrradpass auch Name und Anschrift des Besitzers zu notieren und ein Foto des Fahrrads zu hinterlegen. Einen solchen Pass kannst Du klassisch gedruckt bekommen, es gibt aber auch kostenlose Apps für Dein Smartphone. Egal, auf welchem Weg: Ein Fahrradpass kann helfen, wenn Diebe es geschafft haben, Dein Rad trotz aller Sicherheitsmaßnahmen zu stehlen.

Falls es doch zum Diebstahl kommt, solltest Du ihn unbedingt der Polizei melden – vor allem mit Codierung und Fahrradpass besteht die Chance, das Rad wiederzubekommen. Taucht es nicht wieder auf, hast Du hoffentlich eine Fahrradversicherung abgeschlossen oder eine Hausratversicherung, die je nach Tarif auch einen Fahrraddiebstahl abdeckt. Die Hausratversicherung ist übrigens eine der wichtigsten Versicherungen für Mieter. Mehr dazu erfährst Du in unserem Ratgeber zur Hausratversicherung für Mieter.

Text: Julia Allmann

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