Bei Accent in Köln gibt es eine große Auswahl an Putzmitteln
Foto: Costa Belibasakis

Wohnung richtig putzen – von Putzmittel bis Putzplan

In dieser Rubrik findest Du nützliche Haushaltstipps. Diesmal erhalten wir Empfehlungen vom Putzmittel-Experten David Hombach. Er verantwortet den Vertrieb bei der Kölner Firma Accenteinem Fachhandel für Reinigungsmittel im Belgischen Viertel. Daher weiß er, was die Kölner zum Putzen benötigen.

Welche Putzmittel brauchst Du?

Im Profi-Bereich gibt es für beinahe jedes Material ein spezielles Putz- und Pflegemittel. Im privaten Hausgebrauch genügt für die meisten Dinge eine Grundausstattung von fünf Putzmitteln.

1. Sanitärreiniger

Wo nutzt Du Sanitärreiniger?

In Bad und Toilette, wo viel Wasser fließt. Hier kann man ihn auf allen Oberflächen aus Keramik anwenden. Milde Badreiniger eignen sich auch für Armaturen und Toilettensitze aus Kunststoff. Auf zu viel Säure könnten diese allerdings empfindlich reagieren, daher empfiehlt sich bei einem neuen Reiniger der Test auf einer kleinen, wenig sichtbaren Stelle.

Wodurch zeichnet sich das Mittel aus? 

Sanitärreiniger haben einen niedrigen pH-Wert (am besten unter 3), sind daher sehr sauer.

Was kann Sanitärreiniger?

Weil er zu den sauren Reinigern gehört, kann er Seifenrückstände, sondern auch Kalkrückstände lösen. Noch ein Vorteil von Säuren: Sie wirken desinfizierend, sind also besonders hygienisch.

2. Küchenreiniger

Wo nutzt Du Küchenreiniger?

In der Küche, und zwar dort für alle Bereiche: Spülbecken, Arbeitsplatte, Schranktüren, die Oberfläche von Hängeschränken, den Innenraum des Kühlschrankes.

Wodurch zeichnet sich das Mittel aus? 

Er ist ein alkalischer Reiniger, also eine Lauge. Sein pH-Wert liegt hoch. In Gastronomieküchen ist sogar 11 erforderlich, im privaten Bereich genügen Reiniger mit einem pH-Wert von 9 bis 11. In der Regel enthält Küchenreiniger auch Alkohol.

Was kann Küchenreiniger?

Laugen haben eine hohe Fettlösekraft. In der Küche ist das nützlich, denn durch das Kochen, Backen und Braten lagert sich hier mehr Fett ab als man mit dem bloßen Auge sieht. Der Vorteil des enthaltenen Alkohols: Er desinfiziert und sorgt dafür, dass eventuelle Rückstände des Reinigungsmittels streifenfrei verdunsten.

3. Backofenreiniger

Wo nutzt Du Backofenreiniger?

Im Innenraum des Backofens, wo Fettspritzer, übergelaufene Teigreste und heruntergeschmolzener Käse regelmäßig ihre Spuren hinterlassen.

Wodurch zeichnet sich der Reiniger aus? Backofenreiniger bildet beim Auftragen je nach Art einen festen Gel-Film oder Schaum, der an den inneren Wänden des (kalten!) Ofens haftet.

Was kann Backofenreiniger?

Ist Fett im Backofen einmal eingebrannt, bilden sich Krusten, die man kaum entfernt kriegt. Der Backofenreiniger schafft es trotzdem: In einer bestimmten Einwirkzeit löst er das verkrustete Fett, so dass man den Ofen anschließend nur noch mit einem feuchten Schwamm nachwischen muss.

4. Spülmittel

Wo nutzt Du Spülmittel?

Nicht nur, um Geschirr von Hand zu spülen: Spülmittel eignet sich zum Beispiel auch zum Putzen von Fenstern und Spiegeln. Daher gehört es in die Grundausstattung – auch bei überzeugten Spülmaschinenfans.

Wodurch zeichnet sich das Mittel aus?

Klassische Spülmittel haben einen pH-Wert von 7 bis 8, um Fette gut lösen zu können. Es gibt aber auch Sensitive-Spülmittel (pH-Wert 5-6), die die Haut etwas mehr schonen.

Was kann Spülmittel?

Spülmittel löst leichte Fett- und Schmutzspuren.

5. Universalreiniger

Wo nutzt Du Universalreiniger?

Abseits von Küche und Bad/WC ist der Universalreiniger das Richtige für alle wasserfesten Oberflächen.

Wodurch zeichnet sich das Mittel aus?

Der Universalreiniger hat einen neutralen pH-Wert (7). Er ist damit saurer als der Küchenreiniger, aber weniger sauer als der Badreiniger. Universalreiniger hat einige Eigenschaften mit Spülmittel gemeinsam, enthält aber zusätzliche Stoffe, durch die er noch ein bisschen gründlicher wirkt – zum Beispiel Salmiak, der auch Nikotinrückstände lösen kann.

Was kann Universalreiniger?

Der Universalreiniger löst Fett und Schmutz, sofern diese nicht zu hartnäckig sind.

Vorsicht!

Keine Mixturen! Aufgrund ihres unterschiedlichen pH-Wertes würde ein Reinigungsmittel die Kraft des anderen beeinträchtigen, wenn man sie vermischen würde. Das solltest Du also auf keinen Fall tun.

Was brauchst Du noch zum Putzen?

Ein Gespräch mit Reinigungs-Experte David Hombach zeigt: Nicht nur auf die Auswahl der Putzmittel kommt es an! Auch Zusammenstellung und Gebrauch der richtigen Tücher und Schwämme sind eine Wissenschaft für sich. Hombach empfiehlt für Einsteiger folgende Ausstattung:

  • Gummihandschuhe: Handschuhe sind ein Muss, da sie Deine Hände schützen.
  • Mikrofasertücher: Für die Reinigung von unempfindlichen Oberflächen.
  • Poliertücher: Für die Reinigung von Hochglanz-Oberflächen.
  • Leder-/Kunstledertuch: Ein Leder- oder Kunstledertuch eignet sich am besten zum Staubwischen. Wichtig: Sowohl Leder als auch Kunstleder müssen nach der Nutzung zum Trocknen glatt ausgebreitet werden, damit sich keine Bakterien darin bilden!
  • Schwämme: Am besten sowohl feste Schwämme zum Lösen von Krusten als auch weiche, kratzfreie Schwämme für empfindliche Oberflächen.
  • 10-Liter-Putzeimer: Praktisch ist ein Modell mit abnehmbarem Wringaufsatz – den kannst Du zum Bodenwischen verwenden, kannst den Aufsatz aber auch abnehmen und bist dann mit Deinem Eimer flexibler, zum Beispiel beim Fensterputzen.
  • Wischmopp mit Teleskopstiel: Wer es besonders hygienisch mag, verwendet zwei getrennte Mopps – einen für das Bad, einen anderen für Küche und Wohnräume.
  • Glasreinigungsset: Beim Fensterputzen hilft Dir ein Set, das aus einem Einwascher und Abzieher besteht.

Warum haben Putzlappen verschiedene Farben?

Aus hygienischen Gründen sollte man Tücher und auch Schwämme nicht für verschiedene Zwecke oder Räume verwenden. Zur besseren Orientierung gibt es sie in verschiedenen Farben. Bei gleicher Qualität kann man die natürlich individuell definieren, wie man es sich gut merken kann. Bei Profis gilt die Regel:

  • Rot für die Toilette
  • Gelb fürs Bad
  • Grün für die Küche
  • Blau für Büros und Wohnräume

Schwämme sind in der Regel Einwegprodukte. Man sollte sie nicht länger als wenige Tage benutzen. Einen Trick gibt es jedoch, verrät David Hombach: „Schwämme, die ausschließlich zum Geschirrspülen verwendet wurden, kann man auch mit in die Spülmaschine geben und sie anschließend noch ein weiteres Mal verwenden.“

Mikrofasertücher kann man bei 60 Grad Celsius in der Maschine waschen. Wer benutzte Tücher nach jedem Putzen in die Waschmaschine gibt, muss nicht darauf achten, welches Tuch in welchem Raum verwendet wurde. Wer die Putzlappen nur alle paar Wochen wäscht, sollte sie konsequent nach jeder Benutzung zumindest gründlich mit klarem Wasser ausspülen und getrennt voneinander verwahren – zum Beispiel, sie über dem Siphon des jeweiligen Beckens aufhängen. So lassen sich Verwechslungen und unappetitliche Keimausbreitung verhindern.

Wo anfangen beim Putzen der Wohnung?

Du willst Deine komplette Wohnung an einem Tag reinigen? Sanitär, Küche, dann der Rest: Das ist die klassische Regel, nach der Gebäudereiniger arbeiten. Grundsätzlich wird die Wohnung natürlich in jeder Reihenfolge sauber.

Es sprechen aber zwei Gründe dafür, dass man beim Putzen immer mit Badezimmer und Toilette beginnt: Erstens ist hier die Hygiene besonders wichtig. Wird man im Laufe des Hausputzes unterbrochen, hat man also zumindest schon einmal das Wichtigste erledigt. Zweitens kann man die Einwirkzeit nutzen. „Im Sanitärbereich gibt es meistens Ablagerungen. Deswegen brauchen die Reiniger ein bisschen Zeit, um zu arbeiten. Man kann also die Mittel auftragen und in der Zwischenzeit schon einmal in der Küche weitermachen,“ erklärt der Profi. Wichtig: die empfohlene Einwirkzeit beachten und einen Alarm setzen! Mit zu langen Einwirkzeiten riskiert man nämlich Spuren an den Oberflächen.

Neben dem Bad ist die Küche der Raum, in dem es auf Sauberkeit besonders ankommt. Schließlich werden hier Lebensmittel zubereitet. Gleichzeitig bringen Lebensmittel und Wasser zwangsläufig eine gewisse Menge an Bakterien mit sich. Auch die Küche braucht also eine regelmäßige, am besten wöchentliche Reinigung.

Gestartet wird mit den Bereichen, die stärker verschmutzt sind. Das sind üblicherweise die Dunstabzugshaube, an der sich getrocknete Fettrückstände sammeln, der Herd, der Backofen und die Spüle. Hier wird Reiniger aufgetragen, damit er einwirken kann.

Anschließend wischt man die Oberflächen ab, also die Arbeitsplatte und die Schranktüren. Hat man das erledigt, hat in der Regel der Reiniger an den kritischeren Stellen seinen Dienst getan, so dass auch Dunstabzugshaube, Herd, Backofen und Spüle wieder auf Hochglanz gebracht werden können.

Nicht vergessen: Auch der Kühlschrank braucht von Zeit zu Zeit eine Reinigung! Eine feste Regel, wie oft das passieren sollte, gibt es nicht. „Ich wische meinen Kühlschrank einmal im Monat aus“, sagt Hombach, „das ist aber eine Frage nach persönlichem Belieben.“

Kann man beim Putzen etwas verkehrt machen?

Umwelt, Gesundheit, Material: Diese drei können beim Putzen leiden, wenn man es falsch angeht. Deswegen hier ein paar Tipps, die zu beachten sind.

  1. Umwelt: Vorab gibt es eine Entwarnung. „Alle Mittel, die in Deutschland zugelassen sind, sind biologisch abbaubar“, sagt David Hombach. Dennoch ist zu beachten: Reinigungsmittel gelangen zwangsläufig ins Abwasser. Ihre Chemikalien sind dort erst einmal eine Belastung, die es abzubauen gilt. Es schont also die Umwelt, wenn man Putzmittel nicht stärker dosiert als angegeben.
  2. Gesundheit: Fettlösliche Reinigungsmittel unterscheiden nicht zwischen den Fettrückständen auf Oberflächen und dem natürlichen Fett im Hautgewebe. Durch intensiven, direkten Kontakt mit dem alkalischen Küchenreiniger kann die Haut unangenehm trocken werden. Milde Säuren schaden der Haut nicht, starke Säuren können auf der Haut aber richtige Verätzungen verursachen. Deswegen sollte man niemals ohne Gummihandschuhe putzen!
  3. Material: Arbeitet man mit einem Reiniger, der nicht zum Material passt, das geputzt werden soll, dann kann das Putzen in einer „Verschlimmbesserung“ enden. Um das zu verhindern, sollte man Reinigungsmittel immer nur anwenden, wie es der Hersteller empfiehlt.

Was bringt ein Putzplan?

Für die notwendige Häufigkeit und Dauer des Putzens gibt es keine Faustregel. „Hier allgemeine Tipps zu geben ist schwierig, da es zu viele Haushalte mit unterschiedlichen Bedürfnissen gibt“, erklärt David Hombach. „So muss zum Beispiel ein Single-Haushalt anders reinigen als eine vierköpfige Familie mit Haustier.“ Wo mehrere Leute ein Bad teilen, müssen die Becken tendenziell eher täglich oder alle zwei Tage geputzt werden, während es für einen Single, der wenig zu Hause ist, reichen kann, wenn er sein Bad erst nach zehn Tagen wieder säubert.

Ein Putzplan lohnt sich auf alle Fälle. Es ist hygienisch, aber auch für das eigene Zeitmanagement sinnvoll, in nicht zu großen Abständen regelmäßig zu putzen, gibt Hombach zu bedenken: „Eine Routine im Bereich des Haushaltes führt zu mehr Freizeit, da man genau weiß was man tun muss.“ Sein Tipp, um eine solche Routine zu entwickeln: feste Tage für einzelne Aufgaben definieren. „Es hilft zum Beispiel, an festen Tagen die allgemeinen Oberflächen zu reinigen und zu staubsaugen. An anderen Tagen kann man dann den Sanitärbereich und die Küche putzen.“ Für Einsteiger hat das den Vorteil, dass die jeweiligen Aufgaben besser überschaubar und leichter zu bewältigen sind.

Checkliste: Wohnung putzen

  • Die Putzmittel-Grundausstattung: Du brauchst Badreiniger, Küchenreiniger, Universalreiniger, Spülmittel und Backofenreiniger.
  • Die wichtigsten Hilfsmittel: Besorge Dir Handschuhe, Eimer, Wischmopp samt Teleskopstiel, Mikrofasertücher, Poliertücher, Kunstledertuch und Schwämme und ein Glasreinigungsset.
  • Alles am Platz: Wer Tüchern und Schwämmen je nach Raum eine Farbe zuordnet, verwechselt nicht das Kloputztuch mit dem Spültuch.
  • Ideale Reihenfolge: Wer die ganze Wohnung an einen Tag reinigen will, putzt zuerst Bad und Küche, dann die restlichen Räume.
  • Mögliche Fehler: Zu viel Putzmittel nehmen oder durch falsche Kombinationen die zu reinigenden Oberflächen beschädigen. Lässt sich durch einen Blick auf die Anweisung und durch einen Test auf Materialverträglichkeit vermeiden!
  • Routine bekommen: Erstelle einen Putzplan, damit Du immer weißt, was Du wann putzen musst.

Text: Johanna Tüntsch

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