Norbert Blum in seinem FC-Zimmer in Kalk

„Bei uns trifft der Effzeh auf Asien“

In dieser Rubrik sind wir zu Gast bei Kölnern, die uns ihre Wohnung zeigen. Diesmal besuchen wir Petra und Norbert Blum in Köln-Kalk und entdecken eine liebevoll eingerichtete Wohnung, die ein ganz besonderes Zimmer zu bieten hat.

#zohus bei

Petra und Norbert Blum

Veedel

Kalk

Schuhe an oder aus

An

Größe

100 m²

Lieblingsplatz

Effzeh-Zimmer

Style

Effzeh meets Modern Asia

 „Ding-Dong!“ der Türöffner summt. „Hallo! Kommt in den zweiten Stock!“, ruft eine Stimme. Oben angekommen begrüßen uns Petra und Norbert Blum, die uns freundlich hereinbitten. Im Flur vermittelt uns eine Wand direkt einen Eindruck davon, mit wem wir es hier zu tun haben. Zahllose Fotos von ihren Kindern, den Blums und ihren Reisen lassen die Wand fast lebendig wirken. Norbert hat drei Kinder aus erster Ehe und sogar schon vier Enkel.

Bevor Petra mit Norbert zusammen war, bereiste sie gemeinsam mit einer Freundin die ganze Welt. Nun reist sie mit ihrem Mann: „Allerdings nie, ohne etwas ganz Bestimmtes im Gepäck zu haben!“, sagt sie und zeigt lachend auf ein Foto mit Norbert, das ihn mit seinem wichtigsten Utensil zeigt: der Effzeh-Fahne. Ohne sie kann Norbert nicht fort von zohus, ganz gleich, ob er privat mit Petra oder sportlich mit dem Fan-Club unterwegs ist. Egal ob Dubai, Oman, Zugspitze, Wien oder Fjorde, die rotweiße Flagge muss mit. Sogar bei der Meisterfeier von Bayern München packte er die Flagge aus. „Und ohne Beweisfoto geht es nie zurück nach Hause“, sagt er und lacht.

Das Zuhause der beiden liegt in Köln-Kalk. Hier sind die zwei gebürtigen Kölner direkt im Hochzeitsjahr zusammengezogen, jeder aus der alten eigenen Wohnung zusammen in die neue. „Wir wussten, das klappt“, sagt Petra. „Wir mussten das nicht vorher testen.“

Ein spezielles Arrangement allerdings gibt es zwischen den beiden. Norbert pflegt seit seiner Jugend eine Sammelleidenschaft für Effzeh-Devotionalien. Mit 15 Jahren war er zum ersten Mal im Stadion, mit 16 Jahren trat er dem Fanclub bei. So kam „in 50 Jahren einiges zusammen“. Vor dem Einzug einigte sich das Paar deshalb darauf, dass der 1. FC Köln ein eigenes Zimmer bekommt.

In der ganzen Bude hätte ich den Effzeh nicht haben wollen. Aber so ist es okay.
Petra Blum

„In der ganzen Bude hätte ich den Effzeh nicht haben wollen“, sagt Petra. „Aber so ist es okay.“ Als echte Kölsche ist auch sie eine treue Anhängerin und begleitet Norbert oft zu den Treffen des Fan-Clubs, dessen Erster Vorsitzender er ist. „Ich gehe auch manchmal mit ins Stadion“, erklärt Petra. „Aber meistens nur im Sommer.“ Ganz anders Norbert: „Ich gehe immer – egal was kütt. Außer ich muss samstags arbeiten.“

Wir sind natürlich neugierig und bitten um Einlass in das skurrile Zimmer. Wir öffnen die Tür und wissen nicht, wo wir zuerst hinschauen sollen: Rot und Weiß wohin das Auge reicht. Wer hier putze, wollen wir wissen. „Na ich“, sagt Norbert. „Dafür brauche ich einen ganzen Tag.“ Er wendet sich einer Glasvitrine zu. „Hier ist eins meiner Lieblingsstücke.“ Er holt einen kleinen Zinnbecher aus der Vitrine. „Der ist von der ersten gewonnenen Meisterschaft 1961/62. Mein Schwiegervater hat ihn mir vermacht.“ Petra nickt. „Ja, er wollte unbedingt, dass Norbert ihn bekommt!“

Sämtliche Sammlerstücke hat Norbert ordentlich sortiert und liebevoll arrangiert: Wimpel, Schals, Kölsch-Gläser und Schnaps-Gläser, Kappen, Feuerzeuge, Kunst, Gartenzwerge, Kissen, Orden, Hüte, Uhren, Windspiel, Getränkeflaschen, Schlüsselanhänger, Mousepads, Sonnenbrillen, T-Shirts und Trikots und Hennes in sämtlichen Variationen.

Selbstgemachtes, was nicht jeder hat, finde ich besonders toll.
Norbert Blum

Viele Stücke bekommt der 60-Jährige geschenkt, weil sich rumgesprochen hat, was sein Herz höherschlagen lässt. „Ich habe sogar eine Sonnenbrille, die Christoph Daum getragen hat, als er Trainer beim Effzeh war“, erzählt Norbert. Und: „Selbstgemachtes, was nicht jeder hat, finde ich besonders toll.“ Sogar im Urlaub hebt Norbert außergewöhnliche Schätze, wie einen buntbemalten Effzeh-Teller aus der Türkei.

„Wenn ich hier alles so zusammenrechne“, sagt Norbert und schaut sich prüfend um, „dann steckt hier sicherlich ein Kleinwagen drin.“ Aber nicht alles ist Effzeh bei den Blums. Die anderen Räume zeigen Petras Handschrift und ihr Faible für asiatische Deko. Von ihrem Ankleidezimmer führt eine Tür direkt ins Schlafzimmer. Eine goldene Tapete lässt den Raum edel, aber gemütlich wirken. Was vielleicht auch an den beiden Kuschel-Lämmchen liegt, die auf dem Bett thronen. „Eines habe ich bei einem Aufenthalt im Krankenhaus bekommen, das zweite habe ich Norbert geschenkt“, erklärt Petra.

Im großen Wohnzimmer mit der offenen Küche und Zugang zum Balkon scheint uns ein Buddha an der Wand mit seinem Blick zu verfolgen. Überall sehen wir Mitbringsel von Petras Reisen. Aber da! Die Espresso-Tasse, die Eieruhr, der Hennes im Pop-Art-Look! „Ja“, gesteht Norbert. „Da habe ich wohl ein bisschen was herausgeschmuggelt.“ Petra nimmt es ihm nicht übel.

„Nicht nur unsere Wohnung ist toll, wir haben hier eine ganz tolle Nachbarschaft“, sagt Norbert, nimmt Petra in den Arm und zieht sie auf den Balkon. „Wir fühlen uns hier einfach pudelwohl.“

Text: Jana Maren Züger

Fotos: Costa Belibasakis

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