Friederike Zoubaa erzählt von ihrem Leben in Köln
Foto: Patrick Essex

„Ich bin froh, dass mein Kind hier aufwächst“

In dieser Rubrik treffen wir Menschen, die Dir in Deiner Nachbarschaft begegnen könnten. In Ostheim sind wir mit GAG-Mieterin und Autorin Friederike Zoubaa verabredet, die uns von ihrer Familie erzählt und berichtet, warum die Eule aus ihrem ersten Kinderbuch genau wie sie nach dem Glück sucht.

Name

Friederike Zoubaa

Geboren

1989

Beruf

Texterin und Autorin

In Köln seit

2009

Veedel

Ostheim

Lieblingsort

Waldbadviertel

„Eins habe ich gelernt bei meinem ersten Kinderbuch: Ich schreibe nur noch Bücher mit Tieren, über die es nicht schon Dutzende andere Bücher gibt. Auch die kleinen Leserinnen und Leser wollen schließlich immer wieder ganz neue Figuren kennenlernen. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit „Eule Weule und das Glück“, das ich Anfang 2020 im Eigenverlag herausgebracht habe, und den Erfahrungen, die ich dabei gesammelt habe. In meinem zweiten Kinderbuch, an dem ich gerade schreibe, spielt ein anderes Tier die Hauptrolle. Was für eins? Das verrate ich natürlich erst, wenn ich fertig bin!

Geschrieben habe ich schon immer gern. Aber ich habe mich lange nicht getraut, einen Beruf daraus zu machen. Ich habe Sozialwissenschaften in Köln studiert und bin erst später als Content Managerin bei einer Agentur beruflich zum Schreiben gekommen.“

Sprachticks haben wir alle.
Friederike Zoubaa

„Mein Vater ist Deutschlehrer. Von ihm habe ich die Liebe zur Sprache geerbt. Er hat ein kurioses Hobby: Er sammelt Stilblüten. Diese Freude an der Sprache, die möchte ich meinem Sohn Lenno, der 2018 geboren wurde, und den Kindern, die mein Buch lesen, auch weitergeben. Die Eule hat nämlich einen Tick: Sie liebt Wörter, die mit W anfangen. Solche Sprachticks haben wir alle. Deshalb bekommen meine kleinen Leserinnen und Leser von mir Wortsammel-Blätter mit, auf denen sie die Wörter zu ihrem Lieblingsbuchstaben zusammentragen können.“

Sie ist das sechste von sieben Geschwistern

„Aufgewachsen bin ich am Niederrhein und in der Pfalz, als sechstes von sieben Kindern in einer Patchwork-Familie. Köln sah auch schon aus der Ferne gut aus für mich, irgendwie hatte die Stadt eine gewisse Anziehungskraft für mich. Das ist im Grunde bis heute so. Köln sieht oberflächlich nicht unbedingt schön aus, aber es ist schön, hier zu Hause zu sein. Man muss eben bereit sein, die schönen Orte und die schönen Menschen in Köln kennenzulernen. Und das war ich, als ich nach dem Abitur hierhergekommen bin.

Ich bin froh, dass mein Kind hier aufwächst. Es wird für ihn normal sein, dass es verschiedene Ethnien gibt, dass Menschen unterschiedlich aussehen. Dort, wo ich aufgewachsen bin, ist es das noch immer nicht. Mein Mann ist der Sohn marokkanischer Eltern. Als er bei einer Familienfeier mal eine halbe Stunde auf der Straße vor der Haustür auf und ab lief, um zu telefonieren, hat eine Nachbarin gleich die Polizei gerufen. Er erlebt solche Situationen immer wieder. Ich habe diese Art von latentem Rassismus erst verstanden, seit ich mit ihm zusammen bin.“

Sie ist ständig auf der Suche nach dem Glück

„Ich habe kurz mal ein Lehramtsstudium angefangen, aber recht schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist. Geblieben ist mir aber meine bis heute beste Freundin, die ich während des Studiums kennengelernt habe. Wir beide haben ein großes gemeinsames Thema: das Glück. Wir suchen danach mal gemeinsam oder mal einsam, auf Reisen, beim Laufen oder beim Fallschirmspringen, beim Nichtstun oder einfach bei einem guten Essen. 

Es ist kein Zufall, dass meine Eule das Glück sucht.
Friederike Zoubaa

Als meine Freundin eine Weile in Panama war, haben wir uns immer Sprachnachrichten geschickt, die so anfingen: ‚Heute bin ich ein glücklicher Mensch, weil ... ‘ Später haben wir uns gemeinsam dasselbe Symbol tätowieren lassen: die chemische Formel für Serotonin, das Glückshormon. Es ist also kein Zufall, dass meine Eule das Glück sucht.“

Text: Sebastian Züger

 

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