Nadine Bolz und Aneliya Angelova von der Kulturliste Köln

Ehrenamtlich Hunger nach Kultur stillen

In dieser Rubrik stellen wir Dir soziale Projekte und Initiativen in den Veedeln vor, die Du mit Sachspenden oder ehrenamtlichem Engagement unterstützen kannst. Diesmal besuchen wir zwei ehrenamtliche Helferinnen der Kulturliste Köln.

Wer braucht Dich

Kulturliste Köln e. V.

Wem soll geholfen werden

Kölnern, die sich Tickets für Kulturveranstaltungen nicht leisten können sowie Kulturveranstaltern mit freien Plätzen

Wie kannst Du helfen

Mit Engagement, Sachspenden oder Fördermitgliedschaften

Adresse

Piusstraße 40, 50823 Köln-Ehrenfeld

Öffnungszeiten

Mo–Do 09:00–17:00 Uhr und Fr 09:00–16:00

Weitere Informationen

Mehr Infos auf der Website der Kulturliste oder schreib an helfen@kulturliste-koeln.de

Die Kulturliste Köln vermittelt freie Plätze an kulturhungrige Menschen, die sich den Besuch von Theater, Konzert, Film und Lesung sonst nicht leisten könnten. Um seine Arbeit machen zu können, braucht der eingetragene Verein immer neue ehrenamtliche Helfer, die freie Plätze an Gäste vermitteln, neue Kulturpartner ansprechen oder Öffentlichkeitsarbeit betreiben – so wie Aneliya Angelova und Nadine Bolz.

Aneliya, im Jahr 1984 in Bulgarien geboren, hat an der Kölner Universität Musikwissenschaft studiert und arbeitet jetzt bei der Philharmonie in der Abteilung Marketing und Vertrieb. Wenn sie für den Verein arbeitet, bildet sie gemeinsam mit dem Rentner Michael Schmitz die Arbeitsgruppe Gäste. Die beiden sind Ansprechpartner bei Anfragen, zuständig für Neuaufnahmen, die Datenpflege und die Vermittlung von Kulturangeboten. Nadine, Jahrgang 1985, arbeitet ebenfalls in der Kulturbranche. Für die Kulturliste ist sie in der Arbeitsgruppe Kulturpartner tätig. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen steht sie im Austausch mit jenen Kölner Kulturinstitutionen, die der Kulturliste Eintrittskarten für Veranstaltungen zu Verfügung stellen.

Der Mensch braucht Kultur – doch nicht jeder kann sich das leisten

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, auch der Geist will gesättigt sein. Während Tafeln vor allem Essbares verteilen, vermittelt die Kulturliste den Zugang zu Kulturerlebnissen. “Ich sehe die Kultur als einen selbstverständlichen Bestandteil meines Lebens an”, sagt Nadine Bolz. “Unabhängig von Einkommen und Status, sollte jeder die Möglichkeit haben, Kultur erleben zu können. Und der Verein hat großen Anteil daran, dass das in die Tat umgesetzt wird.” Dabei gehe es keineswegs nur um Freizeitvergnügen: “Kultur hat einen Bildungsauftrag. Sie schafft den Raum, um gesellschaftlich relevante Themen zu besprechen“, sagt Nadine Bolz.

Jeder einzelne Gast ist glücklich und dankbar.
Aneliya Angelova

Aneliya Angelova schätzt insbesondere den persönlichen Kontakt zu den Gästen am Telefon. „Es macht mir große Freude, die tollen Kulturangebote zu vermitteln. Während des Gesprächs kann man wirklich erleben, wie glücklich und dankbar jeder einzelne Gast ist.”

Die Liste mit den Freikarten – immer zwei Stück, keiner muss alleine gehen – wird mit den Interessen der potenziellen Besucher abgeglichen. Jeder Gast kann vorab aus einem guten Dutzend Kategorien auswählen, wonach ihm ist: ob Kino, Klassik, Jazz, Tanz oder Kleinkunst. Telefonisch werden die freien Plätze dann an die Gäste vermittelt. Wer in den Genuss der kostenlosen Karten kommen will, muss die Bedürftigkeit nachweisen, etwa durch den Bescheid über Grundsicherung oder den Köln-Pass.

Werde selbst zum Kulturvermittler

Vor Corona arbeitete der Verein mit etwa 50 Kölner Institutionen zusammen, die freie Plätze für ihre Veranstaltungen zur Verfügung stellten. Pro Jahr wurden etwa 2.000 gespendete Tickets vergeben, das Ziel lag bei 5.000 Tickets. Zu den Kulturpartnern gehören das Gürzenich-Orchester, die Oper und das Schauspiel, aber auch viele freie Theater, die Akademie der Künste der Welt, der Bach-Verein und das Allerweltshaus, der Stadtgarten, das Gloria, die Filmpalette, lit.Cologne, Rhein in Flammen und viele mehr. Die Corona-Pandemie ließ einen Großteil der Veranstaltungen ausfallen – und warf natürlich auch die Kulturliste zurück.

Das Prinzip ihrer Arbeit war und ist aber gleich geblieben: Ehrenamtliche Mitarbeiter vermitteln die Gästelistenplätze weiter – und füllen gleichzeitig leere Besucherreihen. Die Liste der Kulturpartner ist lang und wird länger. Auch daran arbeiten ehrenamtliche Helfer mit, die neue Einrichtungen ansprechen. Die meisten Helfer allerdings werden für die Vermittlung der Plätze gebraucht.

Die Kulturliste Köln e. V. freut sich deshalb über jede helfende Hand, die bei Beschaffung und Vermittlung der Freikarten mit anpacken kann. Der Aufwand für den Einzelnen ist dabei nicht allzu groß, zwei Stunden pro Woche reichen schon. Wer das zeitlich dennoch nicht schafft, kann den Verein auch mit Sachspenden für die Büroarbeit oder mit einer Fördermitgliedschaft unterstützen.

Text: Markus Düppengießer

Fotos: Costa Belibasakis

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