Mural von Zedz in Köln-Ehrenfeld an der Leyendeckerstraße
Foto: Georg Barringhaus

Abstrakte Kunst an der Leyendeckerstraße

In dieser Rubrik stellen wir Dir Projekte aus den Veedeln vor. Diesmal haben wir den Künstler Zedz bei der Arbeit an seinem Mural in Ehrenfeld begleitet. 

Großformatige geometrische Formen und leuchtend bunte Pastelltöne ziehen die Blicke an der Leyendeckerstraße auf sich. Ein Wohnhaus der GAG ist dank des Künstler Zedz ein Kunstwerk, das für stetige Aufmerksamkeit sorgt. Das imponierte auch der Kunstagentur „Street Art Today“, die das Wandgemälde unter die besten Murals 2019 weltweit wählte. 

Um das riesige Mural von Zedz komplett zu fotografieren, musst Du Dich ziemlich verrenken. So ging es auch den Zuschauern, die Zedz 2019 bei der Erstellung des Murals beobachteten, und schnell noch ein Foto mit dem Smartphone machen wollten. „Wir laden die Hausbewohner grundsätzlich immer ein, die Künstler zu besuchen und ihnen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Die Teilhabe ist uns wichtig“, erklärt Stefan Gisder, der die Kunstprojekte für die GAG betreut. „So haben die Bewohner auch die Gelegenheit mit den Künstlern in Kontakt zu treten.“

Mural im Überblick:

  • Künstler: Zedz
  • Ort: Leyendecker Straße 2a, 50825 Köln
  • Entstehungsjahr: 2019
  • Kooperation und Organisation: GAG und Artrmx e. V.

Über den Künstler Zedz

Zedz, mit echtem Namen Ronald van der Voet, ist ein niederländischer Graffiti-Künstler. Der 1971 in Leiden geborene Sprayer begann seine künstlerische Laufbahn bereits Mitte der 1980er Jahre. Nach der High School besuchte er die Gerrit Rietveld Art Academy in Amsterdam und machte dort 1998 seinen Abschluss. Seitdem ist Zedz als selbstständiger Künstler unterwegs. In der Szene ist er heute international bekannt: Seine Kunst ist in vielen europäischen Ländern zu finden sowie in Russland, Japan und auch der Karibik.

Zedz interessiert sich nicht nur für Street Art und Graffiti, sondern auch für Architektur, Design, die Gestaltung öffentlicher Räume sowie für Philosophie und Roboter. All das verbindet er in seiner Kunst. Sein Spezialgebiet ist die abstrakte Typografie, die sich durch die besondere, mehrdimensionale Gestaltung von Buchstaben auszeichnet. Er kombiniert die Graffiti-typische Schreibkultur mit seinen eigenen, immer wieder neu entwickelten Elementen.

Ich will Kunst im öffentlichen Raum schaffen, weil sie dort für alle zugänglich ist.
Zedz

Und wie der GAG, ist es auch Zedz wichtig, dass die Menschen an seinem Kunstwerk teilhaben können. „Ich will Kunst im öffentlichen Raum schaffen, weil sie dort für alle zugänglich ist“, berichtet er. Seine Kunstwerke kannst Du aber nicht nur an Fassaden bewundern. Er stellt auch Werke in Ausstellungen aus und ist in Galerien vertreten.

Als Zedz das Kunstwerk an die Fassade brachte, wunderte sich ein Passant: Das Mural erinnerte ihn an die abstrakten Kunstwerke von Piet Mondrian. Wie Zedz stammt auch dieser Künstler aus den Niederlanden. Und tatsächlich bestätigte Zedz, dass der berühmte Maler eine wichtige Inspirationsquelle für ihn ist. Mehr Eindrücke und Werke teilt Zedz auf Instagram mit Dir.

Kunst verbindet das Veedel

Mit dem Mural von Zedz hat die GAG einen weiteren künstlerischen Impuls in Köln gesetzt. „Wir zeigen so auch das Engagement der GAG für ein anregendes und attraktives Stadtbild“, so Stefan Gisder. Aber es geht um noch viel mehr: „Mit der Fassadenkunst schaffen wir optische Ankerpunkte im Veedel, an denen sich ein Gefühl von Heimat, Zusammengehörigkeit und Nachbarschaft entwickeln kann.“

Unterstützt wird die GAG dabei von unterschiedlichen Kooperationspartnern. Das Mural von Zedz ist in Zusammenarbeit mit dem Kölner Kunstverein Artrmx  entstanden. Artmx setzt sich dafür ein, dass neue Kunst mehr Anerkennung erhält und populärer gemacht wird. Außerdem fördert der Verein die Vernetzung unter Künstlern und Kreativen.

Weil Kunst anregt, verschönert und verbindet, haben wir dem Thema Kunst und Kreativität im Quartier gleich eine ganze Broschüre gewidmet. In der Ausgabe „Soziale Verantwortung 2019“ findest Du viele weitere Projekte der GAG sowie ein Interview von Stefan Gisder, in dem er alle Hintergründe zur Fassadenkunst bei der GAG erklärt.

Text: Max Zehl und Marie-Therese Friemann

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