Die Besitzerin der Bambule Kaffeebar hinter der Theke in Kalk

Bambule Kaffeebar – ein Traum wurde wahr

In dieser Rubrik findest Du kulinarische Perlen und Gastro-Tipps aus Deinem Veedel. Heute besuchen wir die Bambule Kaffeebar in Kalk.

Adresse

Wiersbergstraße 32, 51103 Köln

Öffnungszeiten

Mo–Fr 09:30–17:30 Uhr, So 14:00-17:30 Uhr, Sa Ruhetag

Besonderheit

Hier trifft sich Kalk auf Kaffee und Kuchen oder zum Mittagessen

Weitere Informationen

Weitere Infos zur Bambule Kaffeebar findest Du auf Facebook und Instagram

Unser Kalker Gastro-Tipp befindet sich am Ende der Wiersbergstraße – einer kleinen Seitenstraße, die von der Kalker Hauptstraße abgeht. Schon von weitem sehen wir den dunkelbraun-weißen Schriftzug Bambule Kaffeebar. Darunter befindet sich ein großes Fenster, das die Kaffeebar für Inhaberin Mechti besonders macht: „Wir lieben unser Fenster. Es macht den Kontakt zwischen Personal und Gästen auf eine schöne Art besonders kommunikativ.“ Auf allen Speisekarten auf den Tischen steht daher der Hinweis „Bitte am Fenster bestellen“.

Die Bambule Kaffeebar gibt es bereits seit 2013 in Kalk – heute gehört Mechti mit samt ihrem Café zum Veedel dazu. Mit ihrem vielseitigen Kuchenangebot und ihrer herzlichen Art hat sie schnell Stammkunden für sich gewonnen. Alle Menschen in der Straße kennen und grüßen sie. „Das ist halt meine Ecke! Wir wachsen gemeinsam und ich liebe diesen Teamgeist“, sagt Mechti stolz. „Sind wir mal zu spät dran, so helfen uns die Kundinnen und Kunden beim Aufbau der Bestuhlung.“

Bewusst, frisch, nachhaltig und lecker

Die Kaffeebar-Besitzerin achtet auf Nachhaltigkeit sowie auf den regionalen und fairen Einkauf von Produkten. So bezieht Mechti beispielsweise ihre Milchprodukte direkt von einem Bauernhof aus der Region. „Bevor ich mich für die Lebensmittel entschieden habe, bin ich persönlich zum Hof gefahren, um mir anzuschauen, wie dort gearbeitet wird. Zu sehen, dass es den Tieren dort gut geht, war mir sehr wichtig“, sagt sie.

In ihrem Café führt Mechti den ökologischen Gedanken weiter: „Wir backen nicht auf Masse.“ Ist ein Kuchen oder ein Gericht nicht mehr vorrätig, so müssen sich die Gäste für etwas anderes auf der Karte entscheiden.

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Unbedingt probieren: Ein Stück Träumchen oder Zimtschnecken

Bis zu sieben Kuchen (ab 3,40 € pro Stück) backt Mechti jeden Morgen und hat immer noch Spaß daran. „Oh, ‚Träumchen‘ ist wieder da! Keine Frage, den nehm' ich “, sagt eine Kundin beim Blick in die Kuchenvitrine. Träumchen ist eine Kucheneigenkreation, die sich mittlerweile als großer Liebling der Gäste entpuppt hat. Aber auch anderes Gebäck darf nicht fehlen. „Es ist Wahnsinn, wie uns die frischen Zimtschnecken (ab 2,50 €) oder die Cookies nach Familienrezept (1,70 €) aus den Händen gerissen werden“, sagt sie.

Neben süßem Gebäck gibt es auch verschiedene Panini Kreationen (ab 4,90 €) und belegte Stullen (ab 3,50 €) zur Auswahl.

Die einzige Ausnahme in Bezug auf Regionalität macht Mechti beim Kaffee. Ganz bewusst entschied sie sich von Beginn an für eine Bohne aus dem Norden – ihrer Heimat. Der Kaffee aus Hamburg stammt von einer Frauenkooperative aus Honduras, ist bio und fair gehandelt. „Auch wenn es in Köln mittlerweile viele kleine und gute Röstereien gibt, mich bekommt niemand mehr vom Café Libertad weg. Es gibt mir ein gutes Gefühl, die Frauen auf diese Weise zu unterstützen“, sagt Mechti. „Und natürlich schmeckt der Kaffee auch noch besonders gut.“

Unter der Woche bietet die Bambule Kaffeebar zusätzlich einen wechselnden Mittagstisch an (ab ca. 5,50 €). Dieser wird vor allem von Menschen angenommen, die in der Umgebung arbeiten. Auch Schülerinnen und Schüler der nahgelegenen Schule kommen zum Mittagessen vorbei.

Wer sich für eine herzhafte oder süße Speise entschieden hat, kann es sich entweder im kleinen Innenraum oder im Außenbereich der Kaffeebar gemütlich machen. Natürlich kann auch zum Mitnehmen bestellt werden.

Die Geschichte hinter der Bambule Kaffeebar

Wer die Inhaberin nach der Geschichte der Kaffeebar fragt, bekommt von ihr bestimmt diese Antwort zu hören: „Irgendeinen Traum hat doch jeder.“  Seit 2009 wohnt sie in Kalk. „Ich schaute mich oft um, wenn ich mit dem Kinderwagen durch die Straßen gestiefelt bin. Wo könnte es für mich eine Möglichkeit geben, meinen Traum zu verwirklichen? Ernsthafte Pläne habe ich da aber noch nicht geschmiedet.“

Langeweile auszuhalten, das fiel der ehemaligen Filmschaffenden noch nie leicht und so setzte sich die junge Mutter während der Stillzeit  an einen eigenen Businessplan – vorerst aus reinem Zeitvertreib. Dass sie diesen kurz darauf tatsächlich umsetzen würde, hatte sie damals selbst nicht geglaubt. „Als mir Frank, der ehemalige Besitzer der Räumlichkeiten, dann erzählte, er höre mit dem Büdchengeschäft auf, war meine Antwort einfach: ‚okay cool.‘“

Sie übernahm das Büdchen. Nach einigen Umbauten wurde aus einem kleinen Kiosk ihr Café. Mechti als Person und die Bambule Kaffeebar als Treffpunkt sind mittlerweile ein fester Bestandteil von Kalk. „Hier bin ich zu Hause! Selten zieht es mich auf die andere Rheinseite“, berichtet Mechti. „Stattdessen bewege ich mich einfach gerne in unserem Stadtteil. Es ist jedes Mal wie nach Hause kommen.“ Die Café-Besitzerin setzt sich lokalpolitisch ein, kennt ihre Stammkunden persönlich und schenkt allen einen heimelig gestalteten Ort zum Verweilen, Genießen und Zusammenkommen.

„Mir fällt es schwer, das Leben hier in Worte zu fassen“, sagt die Café-Besitzerin. „Kalk ist ein Gefühl, eine kleine Welt:  generationsunabhängig, kunterbunt und lebendig. Hier wird auf der Straße noch stehen geblieben, sich Zeit genommen. Hier wird noch gequatscht“, beschreibt Mechti ihren Blick auf das ehemalige Arbeiterviertel. „Kalk ist wie ein Dorf. Es ist weniger anonym als die pure Großstadt. Dieses Veedel zeigt mir täglich, wie vielfältig unsere Welt funktionieren kann. Das macht es für mich hier so lebenswert.“

Text: Clara Schlicker