Kaffeebohnen werden in der „Kölner Kaffeemanufaktur“ geröstet

„Kölner Kaffeemanufaktur“ – das Kaffeekompetenzzentrum

In dieser Rubrik stellen wir Dir besondere Geschäfte vor. Diesmal besuchen wir unsere Mieter, die „Kölner Kaffeemanufaktur“ in Lindenthal – und erleben Kaffee mit allen Sinnen.

Adresse

Dürener Straße 123, 50931 Köln-Lindenthal

Öffnungszeiten

Mo–Fr 9:00–19:00 Uhr, Sa 9:00–16:00 Uhr

Besonderheit

Rösterei, Café und Shop

Weitere Informationen

Hier geht es zur Website der „Kölner Kaffeemanufaktur“

Es rauscht, klimpert und zischt. Schon die Geräuschkulisse erinnert an einen geschäftigen Montagmorgen – an einen guten. „Wer auf Kaffee und Qualität steht, kommt vorbei“, sagt Georg Hempsch, stolzer Besitzer der „Kölner Kaffeemanufaktur“.

Wenn Georg Hempsch über das flüssige, schwarze Gold spricht, leuchten seine Augen vor Begeisterung: „Es gibt Sorten, die eine grasige Note haben, nach Lakritz, Zitrone oder Blaubeerjoghurt schmecken oder eine nussige Nuance entfalten. Flavored Coffee, also mit Sirup, kann man machen. Wir sind aber Puristen und holen all diese Aromen durch die richtige Röstung aus der Bohne selbst heraus“.

Handwerk, Qualität und Heimat

Speziell ausgewählte Bohnen werden aus aller Welt hierhergebracht und dann in der Trommel bei schonenden Temperaturen langsam geröstet. „In der Industrie beträgt die Röstdauer oft nur zwei bis fünf Minuten. Bei uns sind es je nach Sorte 14 bis 18 Minuten“, erklärt Hempsch. Und das könne man schmecken. „Durch die höhere Röstzeit wird nämlich mehr Säure abgebaut und das Aroma kann sich gleichzeitig besser entfalten“, erklärt uns der Kaffeeprofi.

Mit allen Sinnen kann man den Kaffee in der „gläsernen Manufaktur“ erleben. Riechen, hören, sehen und schmecken – die Röstmaschine läuft im Café, wo man das Ergebnis direkt verkosten kann. Im intergierten Shop bekommt man neben dem handverlesenen Kaffee, die passende Feinkost wie dunkle Schokolade zu Kaffee oder Milchschokolade zu Cappuccino sowie alles, was man vom Herdkännchen bis zur Stempelkanne für die Zubereitung braucht. „Wir haben nichts zu verbergen und uns ganz bewusst für das helle Raumkonzept mit Glasfront entschieden. Die Gäste sollen sehen, dass hier ein echtes Stück Köln entsteht“, so Hempsch.

Die Verbundenheit zu Köln sei ihm wichtig. Das erkennt man schon an den Namen der Kaffeesorten: Ein intensiv-konzentrierter Espresso schmeckt so wie die größte Glocke im Kölner Dom klingt und heißt deshalb auch so – „Dicker Pitter“. Der Veedels-Kaffee setzt sich aus vier Sorten zusammen und wird erst durch diese Vielfalt zu einem wunderbaren, großen Ganzen. „So wie Köln eben auch“, schmunzelt Hempsch. Und bald soll es einen Dreikönigen-Kaffee geben, weil die Gebeine der Heiligen Drei Könige im Dom liegen.

„Ich trinke übrigens furchtbar gern schlechten Kaffee“, lacht Hempsch. Das zeige ihm, dass die „Kölner Kaffeemanufaktur“ eine Daseinsberechtigung habe. Denn: „Es gibt viel zu viel schlechten Kaffee. Der Anspruch an uns selbst ist hoch. Bei Cappuccino zum Beispiel scheue ich keinen Vergleich.“ Der einzige Wermutstropfen auf der ewigen Suche nach neuen und immer noch besseren Geschmackserlebnissen sei, dass er Kaffee nicht mehr richtig entspannt trinken kann. „Ich trinke ihn immer halbprofessionell und überlege dabei, was man noch besser machen könnte.“

Als Kaffee-Einsteiger-Set für Zuhause empfiehlt Hempsch ganz klassisch den Kaffeefilter plus Halter. „Wir erleben gerade eine Renaissance des Filterkaffees. Zu Recht. Das ist eine großartige Zubereitungsart. Und man kann sich für kleines Geld den großen Geschmack nach Hause holen. Für Espresso ist die Siebträgermaschine am besten. Der Vollautomat ist zwar sehr beliebt, weil er alles kann, aber eben nichts perfekt.“

Und für alle, die zohus einen perfekten Filterkaffee zubereiten möchten, hat Hempsch noch fünf Tipps parat:

 

  1. Die Bohnen erst kurz vor der Zubereitung mahlen. Sonst verfliegt das Aroma.
  2. Ein bisschen Kalk im Wasser ist gut. Zu viel macht den Kaffee bitter, zu wenig sauer.
  3. Das Wasser sollte nicht kochen – 90 bis 95°C sind ideal.
  4. Die Bohnen nicht zu alt werden lassen, sonst verlieren sie Aroma.
  5. Mit weißem Zucker süßen. Der hat den wenigsten Eigengeschmack.

Die Geschichte hinter der „Kölner Kaffeemanufaktur“

Der gebürtige Rheinländer studierte BWL, arbeitete im Vertrieb und Marketing. Doch 2014 nahm er sich eine Auszeit und kündigte seinen sicheren Job. „Ich wollte immer schon was Lokales, Hochwertiges, etwas Eigenes machen“, erinnert sich Hempsch. Bei der zweimonatigen Sommelier-Schulung saß er ab dem ersten Tag neben seiner späteren Frau, Meike Hempsch, mit der er die „Kölner Kaffeemanufaktur“ heute führt. Zum Kaffee kam er zufällig. „Guter Geschmack war erst mal nur ein Hobby.“

Als er während seiner Auszeit in Südafrika ein Praktikum auf einem Weingut absolvierte, erzählte ein damaliger Kollege von der Kaffeerösterei seines Vaters in Hannover. „Da wusste ich: Das ist es!“ Von da an dauerte es tatsächlich nur neun Monate bis „sein Baby“ das Licht der Welt erblickte. Am 09.09.2015 eröffnete die „Kölner Kaffeemanufaktur“ in Lindenthal und zählt heute den Domshop, Köln Tourismus und die Kicker vom 1. FC Köln zu seinen Kunden.

Der Standort Lindenthal war dabei kein Zufall, sondern bewusst gewählt: „Wir wollten in Köln vor Ort bleiben und das Viertel ist toll. Durch den nahe gelegenen Stadtwald und den Rautenstrauch-Kanal ist alles sehr grün, es gibt viele Kinder und man kennt sich einfach. Ich denke wir sind hier genau richtig, weil die Leute das Besondere schätzen.“

Mit der „Kölner Kaffeemanufaktur“ hat Hempsch einen Nerv getroffen. Nicht nur weil Kaffee des Deutschen liebstes Getränk ist – noch vor Wasser und Bier. „Kaffee bewegt, ist krisensicher, kommunikativ. Erst war ich überrascht, als mein Umfeld so positiv auf meine Geschäftsidee reagierte. Alle waren interessiert und haben sich für mich gefreut. Aber es macht schon Sinn: Man trifft sich entweder auf ein Bier oder einen Kaffee und verbindet eben schöne Erinnerungen damit. Auch wenn das, was wir hier machen, Luxus und die Freude am guten Geschmack ist – mit Kaffee hat doch jeder gern zu tun.“

Text: Carina Weisweiler

Fotos: Costa Belibasakis

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